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22.09.2012 – »Marsch für das Leben« – What the fuck!

Kundgebungen

Samstag, 22.09.2012, 12:30 Uhr:
“Gegen christlichen Fundamentalismus und Abtreibungsverbote”
Ort: Otto-von-Bismarck-Allee Ecke Willi-Brandt-Straße (Nähe Kanzler_innen-Amt)

Weiteres unter https://no218nofundis.wordpress.com/

1000 KREUZE IN DIE SPREE

Berlin: Aktionen und Kundgebungen gegen den 1000 Kreuze Marsch

Für den 17. September 2011 mobilisiert der Bundesverband Lebensrecht zu einem „Schweigemarsch“ mit dem Titel „Marsch für das Leben“. Damit wollen die selbst ernannten Lebensschützer für ein generelles Verbot von Abtreibungen demonstrieren.

Die Gruppen und Organisationen, die sich am „Schweigemarsch“ beteiligen, betrachten jeden Schwangerschaftsabbruch als „vorgeburtliche Kindstötung“, die verboten und bestraft gehöre. Sie sprechen damit allen Menschen und vor allem Frauen das Recht ab, über ihr Leben und ihren Körper selbst zu bestimmen. Um diese Meinung in der Öffentlichkeit zu verankern, verbreiten die selbst ernannten „Lebensschützer“ Unwahrheiten: Sie behaupten eine dreimal höhere Anzahl von Abtreibungen in der BRD und warnen vor dem „Post-Abortion-Syndrome“, einer angeblich durch Schwangerschaftsabbrüche ausgelösten psychischen Störung.

Anders als oft angenommen, gilt eine Abtreibung in der BRD weiterhin als Straftat, die nur unter bestimmten Voraussetzungen nicht strafrechtlich verfolgt wird. Wer abtreiben will, muss sich zwangs­weise beraten lassen und danach drei Tage warten, bevor der Eingriff vorgenommen wird. Das alles muss in den ersten zwölf Wochen der Schwanger­schaft geschehen – es sei denn, es wird eine „Gefahr für die psychische und physische Gesundheit“ der Frau festgestellt. Oft sind aber „Schädigungen“ des Fötus, die in vorgeburtlichen Untersuchungen festgestellt werden, der eigentliche Grund für einen Abbruch nach der zwölften Woche. Frauen werden immer mehr für die Gesundheit und „Qualität“ ihres Nachwuchses zur Verantwortung gezogen und zu solchen Untersuchungen gedrängt. Dass sie ein Recht auf Nichtwissen haben, wird meist nicht erwähnt.

Die selbst ernannten „Lebensschützer“ sind Teil des christlichen Fundamentalismus. Sie kämpfen für eine Gesellschaft, die auf der Kleinfamilie, einer rigiden Sexualmoral, Verbot von Homosexualität und auf Schicksals- und Obrigkeitsergebenheit beruht. Sie behaupten, sie agierten gewaltfrei, dennoch blockieren Abtreibungsgegner_innen Kliniken und bedrohen, nötigen und verletzen dabei sowohl Ärzt_innen als auch Frauen, die abtreiben wollen. Der Kampf gegen das Recht auf Selbstbestimmung der Frau ist für einer der Schlachtfelder in einem regelrechten geistigen Krieg gegen die moderne Gesellschaft.

Auch in der BRD und Österreich werden Frauen, die Abtreibungskliniken aufsuchen, teilweise durch sogenannte „Gehsteigberatung“ eingeschüchtert und bedrängt; Ärzt_innen als „Massentöter“
diffamiert. Gruppen und Personen, die sich für ein liberales Abtreibungsrecht einsetzen, werden beschimpft und bedroht.

In diesem Jahr legten die christlichen Fundamentalist_innen ihren Marsch direkt vor den Tag der Berlin-Wahl. Das dies nicht zufällig geschehen ist, sondern sie sehr explizit politischen Einfluss erlangen wollen, zeigt sich auch in der Wahl des Auftaktortes ihrer Demonstration vor dem Kanzleramt. Es geht ihnen nicht um persönliche Entscheidungen einzelner Frauen, sondern darum, die gesamte Gesellschaft im Sinne ihres christlichen Fundamentalismus umzugestalten.

Wir wollen eine Gesellschaft, in der weder christliche Moralvorstellungen noch staatliche Zugriffe über das Leben und den Körper von Menschen bestimmen. Frauen sollen auf Grund einer Abtreibung weder gesundheitliche noch rechtliche oder ökonomische Nachteile ian Kauf nehmen müssen. Die Entscheidung für oder gegen eine Schwanger­schaft soll ohne Eingriff oder Belehrungen des Staates und ohne Angst vor moralischer Verurteilung möglich sein. Wir wollen eine Gesellschaft, in der eine Behinderung kein Problem oder Defizit darstellt. Keine Frau soll sich „verpflichtet” fühlen, abzutreiben, weil eine Behinderung des späteren Kindes wahrscheinlich erscheint.

Wir rufen dazu auf, dem Marsch der Fundamentalist_innen laut und mit vielfältigen Aktionen entgegenzutreten und fordern:

» Streichung des Paragraphen §218 aus dem Strafgesetzbuch
» Entscheidungsfreiheit für oder gegen eine Abtreibung ohne Bevormundung
» Selbstbestimmung statt religiöser Wahn
» Die Verwirklichung des Rechts auf freie Familienplanung und Sexualität für alle, ohne dabei die Freiheiten anderer einzuschränken


Kundgebungen am 17.09. gegen Abtreibungsgegner_innen:
12.30 Uhr Platz vor dem Kanzleramt (Berlin)
13.30 Unter den Linden / Wilhelmstraße (Berlin)
15.00 Uhr Bebelplatz (Berlin)

Ein Überblicksplan zum Draufklicken und Ausdrucken:

Weitere Infos:
Bündnis gegen Christlichen Fundamentalismus
1000 Kreuze in die Spree-Blog

23.09.2011: Party gegen Papst und Kreuze und für Hedonismus

…und nach den Protesten: Tanzen.

://about blank, 23.59
Lineup: Anja Zaube (Brothes in Music), Grizzly (Voodoo Rhythm / Kaufland), Julia Go (Radio Dienstag), Miriam Schulte (Green Empire), Peter (Wordandsound), Skism (Lowdownsquad) Wunderwaffel (Kmutrr), BassDee (Gabom), Dirk Leyers -Live- (Gabom)

Antiklerikale Woche im Cafe Cralle (Wedding)

Die Genossinnen im Cafe Cralle veranstalten im Vorfeld des Papstbesuches (bzw. bis zum Besuch selber) eine antiklerikale Woche. Eingeladen sind alle.

Montag 12.09. Antiklerikaler Lesetresen!
Wer Lust hat, einen Vortrag über das Thema des Abends…..kann einfach am Montag vorbeikommen und sich bei uns anmelden. Jeder Vortrag dauert maximal 15 Minuten. Gelesen werden darf alles. Willkommen ist alles – egal ob Selbst- oder Fremdverfasstes.
Jeder, der vorgetragen hat, erhält ein Getränk gratis.

Donnerstag 15. September Fressen cum laude special!
Eine gastronomische Reise durch die regionale Italienische Küche.
Die Etappe diesmal ist der Vatikan! mit einem leckeren blasphemischen Menü!

Samstag 17. September Filmabend um 21 Uhr
Richtiger Chillout-Abend nach der Kundgebung Gegen christlichen Fundamentalismus!

Dienstag 20. September Vortrag: „Christlicher Fundamentalismus in der BRD“ um 20 Uhr
Was ist christlicher Fundamentalismus? Was will er?
Der christliche Fundamentalismus stellt eine politische Bewegung der Neuzeit dar, welche anstrebt, die Gesellschaft in einem autoritätsfixierten, übermoralischen und rechtskonservativen Sinne umzugestalten. Eine extrem naive Bibelauslegung und ein auf esoterischen Überzeugungen basierter christlicher Glaube sind Merkmale dieser Bewegung, allerdings darf nicht der Fehler begangen werden, dieses Merkmal zu überschätzen. Zu betonen ist die politische Seite dieser Bewegung: sie strebt an, einen direkten Einfluss auf die Gesellschaft und die einzelnen Menschen zu erlangen.

Donnerstag 22. September vegan/vegetarischer Brunch ab 11 Uhr
Ratze am Flughafen bespotten, mit der U6 bis Leopoldplatz und im Cralle frühstücken, dann nach Mitte, Ratze bepöbeln!

Mehr Informationen
Cafe Cralle: Hochstädterstraße 10 A (Berlin Wedding).
cafe-cralle.net
Programm bei Cafe Cralle direkt