Presseerklärung: 22.09.2011, 10.00 Morgens. Rosa I. stellt Benedikt XVI. in den Schatten: „Waffen der Kritik für den Kreuzzug der Vernunft.“ Proteste gegen den Papstbesuch erfolgreich angelaufen.

Berlin, 22.09.2011. Auf der ersten Kundgebung des Bündnisses „What the Fuck“ gegen den Papstbesuch in Berlin vor dem Flughafen Tegel fanden sich gegen 10.00 Uhr über 70 Protestierende ein. „Für die unhedonistische Zeit, 10.00 Uhr morgens, unter der Woche, ist das ein sehr guter Anfang“, befand Johanna Doe, Sprecherin des Bündnisses. „Wer arbeiten und lernen muss, arbeitet und lernt um diese Zeit, wer schlafen kann, schläft. Das sich trotzdem so viele Menschen auf den weiten Weg hinaus zu Flugplatz machen, zeigt, wie wichtig die Kritik am Papst genommen wird. Die große Masse wird nach Feierabend protestieren.“
Die Kundgebung selber, die erste jemals am Flughafen Tegel angemeldete, verlief ohne Zwischenfälle. Wichtigster Punkt war der Auftritt von Gegenpäpstin Rosa I. Rosa rekapitulierte noch einmal, dass der Religion der Menschenverachtung und der Konservatismus, die von Benedikt vertreten wird, eine Religion des Hedonismus, der freien Liebe und guten Sünde entgegengesetzt werden müsse. Die Drohungen und moralischen Anheischungen des Papstes seien nicht nur eine Anmaßung, sondern ein Angriff auf die moderne und offene Gesellschaft. Sie rief dazu auf, mit „den Waffen der Kritik“ einen „Kreuzzug der Vernunft“ zu führen.
Zu den ersten Äußerungen des Papstes bei seinem Besuch äußerte sich die Sprecherin Joanna Doe kritisch. „Offenbar ist dem Papst immer noch nicht klar, was die Kritik an seinen Positionen ist. Wenn er beispielsweise betont, dass Proteste in einer Demokratie berechtigt sind, äußert er Triviales. Er ignoriert dabei aber, dass sich die Proteste gegen etwas richten, nämlich gegen seine Positionen zu Fragen der Sexualität, der Demokratie, der Verhütung, gegen seinen Antisemitismus und dem Anspruch, dem Rest der Welt etwas zu sagen sowie vieles weitere. Ebenso unerhört ist seine gleich zu Beginn des Besuches vorgetragene Behauptung, Menschen würde Religion benötigen, um sittlich handeln zu können. Er spricht damit allen Nicht-gläubigen die Sittlichkeit ab. Dies ist ein weiterer Angriff auf das Recht der Menschen auf Selbstbestimmung und letztlich gegen die säkulare Gesellschaft gerichtet.“
Das Bündnis kündigte an, am gesamten Besuchstag über (22.09.2011) in der Berlin kreativ zu protestieren und rief dazu auf, dies auch eigenverantwortlich zu tun. „Nicht nur der Papst selber, sondern auch seine Anhängerinnen und Anhänger, die in der Stadt unterwegs sind, müssen darüber aufgeklärt werden, dass ihre politischen Positionen unhaltbar sind“, so Doe. Den Abschluss der von „What the Fuck“ organisierten Proteste wird ab 20.00 Uhr eine Kundgebung vor der Päpstlichen Nuntiatur bilden.


1 Antwort auf „Presseerklärung: 22.09.2011, 10.00 Morgens. Rosa I. stellt Benedikt XVI. in den Schatten: „Waffen der Kritik für den Kreuzzug der Vernunft.“ Proteste gegen den Papstbesuch erfolgreich angelaufen.“


  1. 1 MEnsch 22. September 2011 um 13:49 Uhr

    Erste Bider der Kundgebung heute morgen in Tegel gibt es unter http://www.flickr.com/photos/boeseraltermannberlin/sets/72157627726474702/

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