Archiv für August 2011

Antiklerikale Woche im Cafe Cralle (Wedding)

Die Genossinnen im Cafe Cralle veranstalten im Vorfeld des Papstbesuches (bzw. bis zum Besuch selber) eine antiklerikale Woche. Eingeladen sind alle.

Montag 12.09. Antiklerikaler Lesetresen!
Wer Lust hat, einen Vortrag über das Thema des Abends…..kann einfach am Montag vorbeikommen und sich bei uns anmelden. Jeder Vortrag dauert maximal 15 Minuten. Gelesen werden darf alles. Willkommen ist alles – egal ob Selbst- oder Fremdverfasstes.
Jeder, der vorgetragen hat, erhält ein Getränk gratis.

Donnerstag 15. September Fressen cum laude special!
Eine gastronomische Reise durch die regionale Italienische Küche.
Die Etappe diesmal ist der Vatikan! mit einem leckeren blasphemischen Menü!

Samstag 17. September Filmabend um 21 Uhr
Richtiger Chillout-Abend nach der Kundgebung Gegen christlichen Fundamentalismus!

Dienstag 20. September Vortrag: „Christlicher Fundamentalismus in der BRD“ um 20 Uhr
Was ist christlicher Fundamentalismus? Was will er?
Der christliche Fundamentalismus stellt eine politische Bewegung der Neuzeit dar, welche anstrebt, die Gesellschaft in einem autoritätsfixierten, übermoralischen und rechtskonservativen Sinne umzugestalten. Eine extrem naive Bibelauslegung und ein auf esoterischen Überzeugungen basierter christlicher Glaube sind Merkmale dieser Bewegung, allerdings darf nicht der Fehler begangen werden, dieses Merkmal zu überschätzen. Zu betonen ist die politische Seite dieser Bewegung: sie strebt an, einen direkten Einfluss auf die Gesellschaft und die einzelnen Menschen zu erlangen.

Donnerstag 22. September vegan/vegetarischer Brunch ab 11 Uhr
Ratze am Flughafen bespotten, mit der U6 bis Leopoldplatz und im Cralle frühstücken, dann nach Mitte, Ratze bepöbeln!

Mehr Informationen
Cafe Cralle: Hochstädterstraße 10 A (Berlin Wedding).
cafe-cralle.net
Programm bei Cafe Cralle direkt

20.08.2011. Proteste vor der Botschaft des Vatikans. Kritik an Papst und Kirche. Protestierende fordern, den Einfluss der katholischen Kirche zurückzudrängen.

Rund 50 Protestierende versammelten sich am Samstag, dem 20. August, vor der Apostolischen Nuntiatur (Botschaft des Vatikans) in Berlin. Sie stellten ihre Kundgebung in den Rahmen der Proteste gegen den Papstbesuch am 22.09. und eine Demonstration christlich-fundamentalistischer Abtreibungsgegner am 17.09. Das Bündnis „What The Fuck“, welches die Kundgebung organisierte, sprach davon, mit dieser Kundgebung klar zu stellen, dass nicht der Papst alleine, sondern die katholische Kirche als Institution kritisiert wird. Benedikt XVI. würde in der katholischen Kirche rechts-konservative Tendenzen und Gruppen fördern, einen antifeministischen Diskurs führen und den Allmachtsanspruch der Kirche stark machen, allerdings seien es die Strukturen der Kirche selber, welche das Denken des Papstes wirksam werden liessen.
In einem Redebeitrag hieß es: „Die Nuntiatur will nicht einfach nur eine Botschaft sein. Vielmehr nimmt sie in Anspruch, eine moralische Instanz zu sein, die aus ihrem Glauben heraus das Recht hätte, Vorschriften zu erlassen, das Handeln der Öffentlichkeit zu bewerten und so weiter. Der einfache Grundgedanke jeder säkularen Gesellschaft, dass Glauben und Öffentlichkeit zwei getrennte Dinge sind, wird von der Nuntiatur immer wieder negiert.“
Die Protestierenden forderten, dass von der katholische Kirche ihren angeblichen Anspruch, über die einzelnen Gläubigen hinaus eine moralische Institution darzustellen, zurückzunehmen. Keine religiöse Institution hätte das Recht, über das Leben von Nicht-Mitgliedern zu urteilen oder gar einer Gesellschaft Vorschriften zu machen. Religion sei Privatsache.
Abgeschlossen wurde die Kundgebung von einem weiteren Auftritt der Gegenpäpstin Rosa I., welche Benedikt XVI. vorwarf, ein falscher Papst zu sein, der einer Institution alter Männer vorstände und ein falsches Menschenbild verträte. Sie forderte die Anwesenden auf, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und gegen religiösen Zwang vorzugehen.

Radio Z (Nürnberg): Der Papst auf Rundreise: ein wilkommener Gast?

Der Besuch des Papstes in Spanien ist wegen der massiven Gegenproteste aktuell in den Schlagzeilen. Doch auch Deutschland steht ein Besuch des Oberhauptes der katholischen Kirche ins Haus. Ob die Stippvisite des Papstes hier unbeantwortet bleibt, erfahrt ihr heute im Stoffwechsel.
Der Papst ist aktuell in Spanien zu Gast und stattet dort dem katholischen Weltjugendtag einen Besuch ab. Doch Benedikt scheint nicht für alle Spanier ein willkommener Gast zu sein: bereits am Vorabend seiner Ankunft gab es massive Proteste gegen die hohen Kosten des Besuchs und Auseinandersetzungen zwischen jungen Christen, Papst-Gegnern und der Polizei. Auch Deutschland steht im September eine Stippvisite des katholischen Kirchenchefs ins Haus, und auch hier formiert sich Protest und Widerstand. In Freiburg wie in Berlin bereiten sich sowohl linksradikale als auch bürgerliche Bündnisse auf den Besuch vor. Nach seiner Ankunft in Spanien lies der Papst mit Blick auf die Proteste des Vorabends folgendes verlauten:

„Die Jugendlichen sehen Oberflächlichkeit, Konsumismus und Hedonismus, sie nehmen eine große Banalität im Umgang mit der Sexualität wahr, den großen Mangel an Solidarität und viel Korruption. Sie wissen, dass es ohne Gott schwierig ist, diesen Herausforderungen zu begegnen und wirklich glücklich zu sein, obgleich sie sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen, ein authentisches Leben zu führen“

Marius Meier bat einen Sprecher des Bündnisses „What the fuck“, welches Aktionen gegen den Besuch am 22. und 23. September in Berlin organisiert, um einen Kommentar zu dieser Aussage des Papstes.

Link zum Beitrag mit mp3-Datei

Päpstin Rosa I. besucht Berliner Slutwalk. Protest gegen Papstbesuch und christlichen Fundamentalismus auch Protest gegen sexuallisierte Gewalt. Amy Winehouse selig gesprochen.

Berlin, 13.08.2011. Rosa I., Gegenpäpstin des Bündnis gegen christlichen Fundamentalismus und Papstbesuch „What the Fuck“, besuchte am 13.08.2011 den Berliner Slutwalk. Sie segnete die Anwesenden und rief sie auf, sich, gemäß dem Inhalt des Slutwalk, gegen die Verharmlosung und Rechtfertigung von sexualisierten Übergriffen zur Wehr zu setzen: „Alle Menschen sollen schön und sexy herumlaufen dürfen, ohne irgendwelche Unannehmlichkeiten befürchten zu müssen. Auch ich, eure Päpstin Rosa die Erste, ziehe mich gern freizügig an, und wehe, ein Unberufener würde sich mir nähern und mich anpöbeln oder angreifen“, erläuterte sie den Anwesenden.
Johanna Doe, Pressesprechin des Bündnisses, betonte, dass der Besuch der Päpstin kein Zufall darstellte. Vielmehr unterstütze das Bündnis und die Päpstin explizit die Inhalte des Slutwalks. Die heutige katholische Kirche sei Teil der Strukturen, welche beim Slutwalk kritisiert würden, wenn auch nicht die einzige. „Die katholische Kirche und der jetzige Papst tragen einen großen Anteil daran, dass auch in der heutigen Gesellschaft das Selbstbestimmungsrecht der Frauen auf ihre Sexualität nicht umgesetzt ist. Dies gilt nicht nur für die Kämpfe der Kirche gegen Feminismus, Gleichberechtigung aller Menschen, egal welches Geschlechtes und welcher Sexualität und die Möglichkeit von Schwangerschaftsabbrüchen. Gerade in Deutschland hat die Kirche bei ihrem beleidigenden Umgang mit den Opfern von sexueller und anderer Gewalt im Kindesalter in katholischen Heimen dazu beigetragen, dass sich Diskurse der Rechtfertigung dieser Gewalt weiter reproduzieren.“ Der Protest gegen den Papstbesuch im September und gegen den Aufmarsch christlich-fundamentalistischer Abtreibungsgegnerinnen und -gegner am 17.09.2011, den das Bündnis organisiert, sei auch ein Protest gegen die Sexualmoral des Vatikans und des katholischen Milieus.
Dem Anlass angemessen verkündete Rosa I. unter dem Jubel und der Zustimmung der anwesenden Protestierenden die erste Seligsprechung ihrer Amtszeit. Die vor kurzem verstorbene Sängerin Amy Winehouse wurde von Rosa I. nicht nur selig gesprochen, sondern den Heiligen und Seligen der katholischen Kirche entgegengestellt. Während in der katholischen Kirche vor allem Personen für oft kritikwürdiges oder nicht nachweisbares Verhalten erhoben würde, hätte Amy Winehouse trotz der Tragik ihres Lebens ein selbstbestimmtes, lustvolles Leben geführt und würde weit mehr zum Vorbild für eine befreite Gesellschaft taugen, als alle Heiligen. Rosa I. wandte sich an die Seliggesprochene: „Amy, wo immer du jetzt auch sein magst: Du warst eine große Künstlerin, und du hast vielen Menschen Freude bereitet. Du musstest viel durchmachen und bist jung gestorben, aber du hattest sicher auch eine Menge Spaß. Die Spießer mögen dich hassen, aber du ruhst in Frieden. Lob und Preis sei Amy Winehouse, der Seligen!“

13.8. SLUTWALK
MOBI-VIDEO ONLINE

Außerdem der Slutwalk Berlin braucht dich…

„Liebe Teilnehmer_innen des SlutWalk Berlin,

der Countdown bis zum Samstag, den 13. August hat begonnen und die Vorbereitungen laufen natürlich auf Hochtouren. Doch wir brauchen weiterhin auch eure tatkräftige Unterstützung, damit der SlutWalk für alle sicher und reibungslos ablaufen kann.

Deswegen lautet unsere Frage an euch: Habt ihr Lust, uns bei der Umsetzung der Demo zu helfen?

Heißt eure Antwort darauf “JA!” könnt ihr nämlich Folgendes tun:

♥ Wir brauchen Ordner_innen!

Diese kümmern sich um das Freihalten von Gehwegen, U-Bahn-Eingängen und schreiten ein, falls es zu aggressivem Verhalten kommt.

♥ Wir brauchen Hilfe mit dem Lautsprecherwagen!

Dieser überträgt Musik und Redebeiträge und muss ständig von mehreren Personen umgeben sein, damit niemand sich daran verletzt.

Außerdem brauchen wir Personen, die den Wagen anschieben.

♥ Wir brauchen Hilfe im Awareness-Team!

Dies sind Personen, die speziell darauf achten, ob sexistische, homo-queer-trans*phobe oder rassistische Übergriffe passieren und dann deeskalierend eingreifen (zur Deeskalationen erhaltet ihr von uns noch Tipps).

♥ Bitte meldet euch schnell und zahlreich bei uns, damit wir den SlutWalk für euch alle sicher und angenehm gestalten können!

Schreibt einfach eine E-Mail an slutwalkberlin@gmail.com und sagt uns, welchen der angegebenen Posten ihr übernehmen möchtet. Wir melden uns dann so schnell wie möglich bei euch und geben euch weitere Informationen zu eurer Aufgabe.

♥ Last but not least: Wir brauchen eure Unterstützung beim Plakatieren und Verteilen der Flyer vor dem Walk!

An den folgenden Orten haben wir Plakate und Flyer für euch deponiert und ihr könnt sie dort einfach abholen ohne euch vorher bei uns zu melden:

☞ Wedding: Café Cralle, Hochstädter Straße 10, 13347 Berlin

☞ Neukölln: Silverfuture, Weserstraße 206, 12047 Berlin

☞ Prenzlauer Berg: Café Morgenrot, Kastanienallee 85, 10435 Berlin

DANKE! Euer SlutWalk Berlin Team ♥“

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