Archiv für Juli 2011

GEGENPÄPSTIN ROSA I. GEGEN
KIRCHE UND HERRSCHAFT

Trotz strömenden Regens protestierten rund 70 Menschen am Samstag, dem 30.07.2011, vor dem Haus der Deutschen Bischofskonferenz (Berlin Mitte, Hannoversche Str. 5). Das Bündnis, hauptsächlich aus antifaschistischen und feministischen Gruppen, verstand diese Kundgebung als Beginn einer Kampagne gegen den Versuch der Katholischen Kirche, in Deutschland wieder an Einfluss zu gewinnen. Der Besuch des Papstes Benedikt XVI. am 22.09.2011 soll zum Anlass werden, die fundamentale Kritik an der Kirche und dem Papst zu bündeln und sichtbar zu machen.

Bilder von der Kundgebung 30.7.2011 Bilder von der Kundgebung 30.7.2011 Bilder von der Kundgebung 30.7.2011
Bilder von der Kundgebung 30.7.2011

Bericht von der ersten Kundgebung gegen den Papstbesuch in Berlin vom Bündnis „What the Fuck!“
Trotz strömenden Regens protestierten rund 70 Menschen am Samstag, dem 30.07.2011, vor dem Haus der Deutschen Bischofskonferenz (Berlin Mitte, Hannoversche Str. 5). Das Bündnis, hauptsächlich aus antifaschistischen und feministischen Gruppen, verstand diese Kundgebung als Beginn einer Kampagne gegen den Versuch der Katholischen Kirche, in Deutschland wieder an Einfluss zu gewinnen. Der Besuch des Papstes Benedikt XVI. am 22.09.2011 soll zum Anlass werden, die fundamentale Kritik an der Kirche und dem Papst zu bündeln und sichtbar zu machen.
In mehreren Redebeiträgen kritisierte das Bündnis konkret die Homophobie und den Sexismus von Kirche und kirchlichen Angestellten, den entwürdigenden Umgang mit Opfern von Kindesmissbrauch in der Kirche, und die Einengung der freien Entfaltung von Menschen. Zudem wurde kritisch auf die strukturelle Nähe der Kirche zu antisemitischen Personen und Organisationen eingegangen. Die Deutsche Bischofskonferenz sei als höchstes Organ der katholischen Kirche in Deutschland für diese und andere Probleme verantwortlich zu machen.Höhepunkt der Kundgebung war der Auftritt einer Gegenpäpstin namens Rosa I., welche in einer Ansprache der Kirche und der Bischofskonferenz jede Legitimation absprach, auf die Verwicklung der Kirche in zahlreiche Unterdrückungsverhältnisse einging und abschließend aufrief, dem Symbol der Päpstin – dem Lustkreuz – zu folgen.
Die Rede von Päpstin Rosa I. war äußerst bewegend und gipfelte im Aufruf zu einem Heiligen Krieg gegen die Kirche. Das Gefolge Rosas I. bestand aus einer Kardinälin, einer Nonne und einem Mönch. Während die Päpstin segnend auf die Tribüne zuschritt, wurden Bonbons und Konfetti in der erwartungsvollen Menge verstreut. Als Abschluss wurde das heilige Abendmahl in beiderlei Gestalt – Pfeffi und rosa Plätzchen – gespendet, und zahlreiche Anhänger_innen des Lustkreuzes küssten ehrfurchtsvoll den päpstlichen Ring.
Vertreterinnen des Bündnisses äußerten im unmittelbaren Nachgang der Veranstaltung, wie froh sie über den unerwarteten Beistand einer derart hochgestellten Persönlichkeit seien.Bis zum Besuch des Papstes sind weitere Kundgebungen des Bündnisses und Auftritte der Gegenpäpstin angekündigt. Ebenso will das Bündnis am Tag des Besuches selber in der Stadt mit Protestaktionen seine Position sichtbar machen.

Zum Abschluss hier ein Auszug aus der Rede der Gegenpäpstin Rosa I.:

„Liebe Frauen, Männer, Kinder und nicht-definierte Menschen,

ich bin Rosa I., eure wahre Päpstin und die Trägerin des Lustkreuzes. […]Höret, denn ich sage euch: Gott ist die HERRIN, eine sehr alte, weise und mächtige Frau und die Mutter der ersten Menschen.
Die größte Freude der HERRIN ist es, wenn ihre Kinder und Kindeskinder frei und gleich und voller Freude zusammenleben. Deswegen hasst die HERRIN alle Formen von Herrschaft und Ausgrenzung, insbesondere Sexismus, Homophobie, Rassismus, Kapitalismus, Nationalismus, den Staat, die Religion und die Kirche. […]
Insbesondere hat die HERRIN mich, Rosa I., zu ihrer Stellvertreterin auf Erden bestimmt. Und so bin ich nun die erste Päpstin der Gemeinde vom Lustkreuz, eure Päpstin, meine geliebten Menschenkinder! Unsere Gemeinde vom Lustkreuz ist ein Zusammenschluss freier und gleicher Menschen und soll die Aufhebung aller Herrschaftsverhältnisse und Ausgrenzungsformen bewirken. Unser Hauptquartier ist Berlin.
Nun höret die wichtigste Lehre der wahren Päpstin, meine Lehre, das heilige Dogma der Gemeinde vom Lustkreuz:
Die Religionen haben den Menschen jahrhundertelang eingetrichtert, dass sie nach dem Tode glücklich sein werden, wenn sie den bösen alten Männern des Glaubens auch immer schön gehorchen. Das ist die größte Lüge der Welt.
Ich aber sage euch, wie es in Wahrheit sich verhält und wie mich die HERRIN gelehrt hat: Wir Menschen waren vor unserem Leben tot. Auf dieser Erde sind wir vom Tod erwacht. Diese Erde ist das Himmelreich, ein anderes gibt es nicht. Und wenn die Erde heute nicht wie ein Paradies, sondern oft wie eine Hölle aussieht, so ist das die Schuld der Herrschaftsverhältnisse.
Und damit ist es zu einem nicht geringen Teil auch die Schuld der Kirche und die Schuld von Joseph Ratzinger, diesem falschen heiligen Vater, der sich als römischer Papst „Benedikt XVI.“ nennt und am 22. September 2011 nach Berlin kommen wird. Seit mehr als 1.500 Jahren hat diese verfluchte Kirche noch jede Obrigkeit, und sei sie noch so grausam, unterstützt. […]
Und so erkläre ich denn am heutigen Tage der katholischen Kirche und jeder Herrschaft einen Heiligen Krieg, oder in lateinischen Worten, damit die Bischöfe der römischen Kirche uns hören mögen:
Sacrum Bellum contra Ecclesiam!
Unsere Waffen in diesem Krieg seien das freie Wort und die liebe Sünde. Gehet hinaus, meine lieben Kinder, verkündet der Welt, warum die Kirche schlecht ist, bringt den Menschen das Wort der HERRIN, das Heil und die Freiheit von jeder Herrschaft. Sündiget nach Kräften, auf dass die Sünde euch erfreuen und stärken möge, sündiget vor den Augen der Kirchenmänner, labet euch an der Lust des Fleisches. Küsst und berührt das Lustkreuz! Liebe Kinder, unser Heiliger Krieg gegen Kirche und Herrschaft wird lang dauern und schwer sein. Aber wenn wir solidarisch zusammenstehen und dabei auch unsern Spaß haben, wird schon nichts schief gehen, so verspricht die HERRIN. […]
Unser Krieg wird auch im Internet geführt. Besucht mich bei Facebook, werdet meine Freunde und Freundinnen. Ihr lieben Kinderlein, kommet. […]“

weitere Fotos:
http://www.flickr.com/photos/boeseraltermannberlin/sets/72157627191279257/

Facebook-Account der Gegenpäpstin: http://facebook.com/RosaDieErste

BILDER VOM TCSD

Unter dem Motto „Queer ist nicht zähmbar, nicht zählbar“ fand am 25.06.2011 der alternative transgeniale Christopher Street Day in Berlin-Kreuzberg statt. Über 1.000 Menschen zogen dabei durch den Kreuzberger Kiez. Begleitet wurde der Umzug von mehreren buntgeschmückten Lautsprecherwagen und unserem schicken Transpi.
Mehr Bilder gibts bei PM Cheung.

Bilder vom TCSD Bilder vom TCSD Bilder vom TCSD