21.09.2013 – »Marsch für das Leben« – What the fuck!

Für den 21. September mobilisieren christliche Fundamentalist_innen und andere Abtreibungsgegner_innen zu einem so genannten „Marsch für das Leben“ in Berlin. Damit demonstrieren sie für ein generelles Verbot von Abtreibungen und etikettieren dies als „Lebensschutz“.

Wir werden am 21. September auf die Straße gehen, um gegen den Marsch der Abtreibungsgegner_innen zu protestieren. Denn was wir mit unseren Körpern tun oder lassen ist alleine unsere Entscheidung.

Wir rufen alle dazu auf, dem Marsch der Fundamentalist_innen laut, bunt und mit vielfältigen Aktionen entgegenzutreten und fordern:

- Streichung des § 218 aus dem Strafgesetzbuch, der Abtreibung unter Strafe stellt
- Entscheidungsfreiheit für oder gegen eine Abtreibung ohne Bevormundung
- kostenlosen und rezeptfreien Zugang zu allen Verhütungsmitteln für alle Menschen, auch zur „Pille danach“
- eine Anerkennung der freien Selbstbestimmung

Unsere Körper! Unsere Entscheidung!
Weiteres unter https://no218nofundis.wordpress.com/

„Marsch für das Leben“ — What the Fuck!

Für den 22. September 2012 mobilisiert der Bundesverband Lebensrecht (BvL) wieder zu einem „Marsch für das Leben“ in Berlin. Damit will er für ein generelles Verbot von Abtreibungen demonstrieren und etikettiert dies als „Lebensschutz“. Wie in den vergangenen Jahren wollen wir die Abtreibungsgegner_innen nicht ungestört demonstrieren lassen!

Die Gruppen und Organisationen, die sich an dem „Marsch“ beteiligen, betrachten jeden Schwangerschaftsabbruch als „vorgeburtliche Kindstötung“, die verboten und bestraft gehöre. Sie sprechen damit allen Menschen, die schwanger werden können, dementsprechend vor allem Frauen_Lesben_Trans* (flt*), das Recht ab, über ihr Leben und ihren Körper selbst zu bestimmen. Um diese Meinung in der Öffentlichkeit zu verankern, verbreiten die Abtreibunsgegner_innen Unwahrheiten und betreiben Lobbyarbeit.

Die Abtreibungsgegner_innen sind christliche Fundamentalist_innen. Sie kämpfen für eine Gesellschaft, die auf der bürgerlichen Kleinfamilie, Zweigeschlechtlichkeit, einer strengen Sexualmoral, Verbot von Homosexualität und auf „Schicksals”- und Obrigkeitsergebenheit beruht. Die Antifeminist_innen behaupten, sie agierten gewaltfrei, doch – z.B. in den USA und in Großbritannien – blockieren Abtreibungsgegner_innen Kliniken und bedrohen, nötigen und verletzen dabei sowohl Ärzt_innen als auch Menschen, die abtreiben wollen.

Auch in der BRD und Österreich werden flt*, die Abtreibungskliniken aufsuchen, teilweise durch sogenannte „Gehsteigberatung“ eingeschüchtert und bedrängt; Ärzt_innen als „Massentöter“ diffamiert. Gruppen und Personen, die sich für ein liberales Abtreibungsrecht einsetzen, werden beschimpft und bedroht. Dabei können sich die christlichen Fundamentalist_innen einer wachsenden gesellschaftlichen Akzeptanz sicher sein. Dieses Jahr stellt sogar die Deutsche Bahn Fahrkarten zum vergünstigten Pauschalpreis für Teilnehmende des „Marschs für das Leben“ zur Verfügung und sieht dies als „ein völlig normales Angebot“.

Weltweit sind Abtreibungs- und andere reproduktive Rechte umkämpft, von deren Einschränkungen v.a. flt*-Personen negativ betroffen sind. Nach wie vor sterben weltweit jährlich mehrere zehntausend flt* an nicht korrekt durchgeführten – weil illegalisierten – Abtreibungen. In Irland gilt ein absolutes Abtreibungsverbot. In Polen wurde ein solches letztes Jahr nur knapp abgewendet, nachdem sich eine Bürger_inneninitiative dafür eingesetzt hatte. In der Türkei konnten nur durch starken Protest weitreichende Einschränkungen im Abtreibungsrecht verhindert werden.

Anders als oft angenommen, gilt eine Abtreibung auch in der BRD weiterhin als Straftat, die nur unter bestimmten Voraussetzungen nicht strafrechtlich verfolgt werden darf. Wer abtreiben will, muss sich zwangsweise von staatlich anerkannten Stellen beraten lassen und danach drei Tage warten, bevor der Eingriff vorgenommen wird. Diese Regelung bedeutet eine staatlich institutionalisierte Entmündigung von flt*, die nicht selbst über ihren Körper und ihre Lebensplanung entscheiden dürfen. Die Beratung und Abtreibung muss in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft geschehen – es sei denn, es wird eine „Gefahr für die psychische und physische Gesundheit“ der flt*-Person festgestellt.

Andererseits sind aber „Schädigungen“ des Fötus, die in vorgeburtlichen Untersuchungen festgestellt werden, oft der eigentliche Grund für einen Abbruch nach der zwölften Woche. Dadurch werden flt* immer mehr für die „Gesundheit“ und „Qualität“ ihres Nachwuchses zur Verantwortung gezogen und zu solchen Untersuchungen gedrängt. Dass sie ein Recht auf Nichtwissen haben, wird meist nicht erwähnt. Ein Gentest mit dem Blut der Schwangeren auf Trisomie 21 soll in diesem Jahr auf dem deutschen Markt zugelassen werden. Dieser wird den Druck zur Selektion auf Schwangere noch erhöhen.

Wir dagegen streben eine Gesellschaft an, in der weder religiöse Moralvorstellungen, gesellschaftliche Normierungen noch staatliche Zugriffe über das Leben und den Körper von Menschen bestimmen. flt* sollen auf Grund einer Abtreibung weder gesundheitliche noch rechtliche oder wirtschaftliche Nachteile in Kauf nehmen müssen. Die Entscheidung für oder gegen eine Schwangerschaft soll ohne Eingriff oder Belehrungen des Staates und ohne Angst vor moralischer Verurteilung möglich sein. Um die Rahmenbedingungen für eine weitreichende Selbstbestimmung über den eigenen Körper herzustellen, muss nicht nur Abtreibung legalisiert werden, sondern auch der Zugang zu Verhütungsmethoden – wie der „Pille danach“, die in Deutschland immer noch nicht rezeptfrei, d.h. ohne Bittsteller_innentum, erhältlich ist – ermöglicht werden.
Wir wollen eine Gesellschaft, in der eine „Behinderung“ kein Problem oder Mangel darstellt. Kein Mensch soll sich „verpflichtet” fühlen abzutreiben, weil eine Behinderung des späteren Kindes wahrscheinlich erscheint.
Wir rufen dazu auf, dem Marsch der Fundamentalist_innen laut und mit vielfältigen Aktionen entgegenzutreten und fordern:
• Streichung des Paragraphen §218 aus dem Strafgesetzbuch
• Entscheidungsfreiheit für oder gegen eine Abtreibung ohne Bevormundung
• Kostenlosen und (rezept-)freien Zugang zu allen Verhütungsmitteln für alle Menschen, auch zur „Pille danach“
• eine Anerkennung der freien Selbstbestimmung

Weitere Infos unter https://no218nofundis.wordpress.com/

22.09.2012 – »Marsch für das Leben« – What the fuck!

Kundgebungen

Samstag, 22.09.2012, 12:30 Uhr:
“Gegen christlichen Fundamentalismus und Abtreibungsverbote”
Ort: Otto-von-Bismarck-Allee Ecke Willi-Brandt-Straße (Nähe Kanzler_innen-Amt)

Weiteres unter https://no218nofundis.wordpress.com/

Pressemitteilung: Bündnis „What the Fuck“ zieht positive Bilanz der Proteste gegen den Papstbesuch. „Bedeutungsverlust der Kirche offensichtlich geworden, radikale Religionskritik weiter notwendig.“

Das Berliner Bündnis „What the Fuck“ zieht eine positive Bilanz der Proteste gegen den Papstbesuch am 22.09.2011. Joanna Doe, die Sprecherin des Bündnisses, fasst zusammen: „Wir haben zum einen klar vermittelt, dass eine radikale Religionskritik notwendig ist und nicht nur ein nettes Bitten darum, dass die Kirche sich verändern sollte. Der jetzige Papst ist ein Bollwerk anti-aufklärerischen Denkens, welcher nicht nur sexistisch, homophob und antisemitisch agiert, sondern grundsätzlich den gesellschaftlichen Fortschritt zurückdrehen will. Unser Bündnis hat laut und wahrnehmbar formuliert, dass es bei diesem Papst nicht mehr um Kompromisse gehen kann, sondern nur noch darum, ihn aufzuhalten. Zum anderen hat der Besuch der Papstes und die Proteste den Bedeutungsverlust der katholischen Kirche klargemacht. Kaum jemand in Berlin hat sich für den Besuch interessiert. Statt jubelnder Massen, die sich erhofft wurden, fanden sich fast nur noch die Hardcore-Fans ein. 9000 leere Plätze im angeblich ausverkauften Olympiastadion sprechen Bände. Das erübrigt nicht die Kritik an der Kirche, beispielsweise sind die Opfer des sexuellen Missbrauchs in kirchlichen Einrichtungen immer noch da und die Strukturen, die den Missbrauch ermöglichten, auch. Aber es ist trotzdem ein Zeichen der fortschreitenden Säkularisierung.“
Das Bündnis hatte im Vorfeld der Proteste Informationsveranstaltungen zur Ideologie der Papstes, der katholischen Kirche und des christlichen Fundamentalismus durchgeführt, Proteste vor dem Haus der Deutschen Bischofskonferenz, der Päpstlichen Nuntiatur und gegen den jährlichen Aufmarsch christlich-fundamentalistischer Abtreibungsgegnerinnen und -gegner organisiert, zahlreiche Materialien verteilt sowie Gegenpäpstin Rosa I. ausgerufen. Am Tag des Papstbesuches demonstrierte das Bündnis morgens am Flughafen Tegel, unterstützte den Block der Opfer sexueller Gewalt auf der Großdemonstration und führte eine Nachtkundgebung für Hedonismus und gegen christliche Moral durch. Die Nachtkundgebung in größtmöglicher Nähe zur Päpstlichen Nuntiatur wurde von 400 bis 500 Menschen besucht. Nach dem von der Polizei durchgesetzten Ende nahmen sich Teile der Kundgebung das Recht, weiter zu tanzen. Dies wurde von der Polizei zum Teil gewaltsam unterbunden, wobei es zu mehreren Festnahmen kam.
Joanna Doe kritisierte das Auftreten der Polizei. „Die Sicherheitsvorkehrungen für den Papst grenzten an paranoides Verhalten. Dies richtete sich nicht nur gegen uns, aber es war auffällig, dass die von uns nicht bedrohte Sicherheit des absolutistischen Herrschers Vatikanstadts offensichtlich für die Berliner Polizei mehr zählt, als das Recht auf Demonstrationsfreiheit.“
Zu den Reden des Papstes in Berlin bemerkte Doe, dass dieser nichts gesagt hätte, was nicht zuvor erwartet gewesen wäre. „Erstaunlich ist vielleicht nur, mit welcher Unverschämtheit der Papst die Säkularisierung, Wissenschaft und moderne Gesellschaft angriff, ohne gestoppt zu werden. Wer fordert, die Menschen müssten mehr glauben oder behauptet, dass biblische Naturbild sei richtiger als das Bild der Naturwissenschaften, will die Unterordnung der Menschen unter einen angeblich allmächtigen Gott. Darum geht es Benedikt und all diejenigen, die ihm für solche Aussagen auch noch applaudieren, zeigen, dass sie von der Selbstbestimmung der Menschen offenbar nichts halten. Die gesamte Kritik der modernen Gesellschaft, den vielfältigen Geschlechterverhältnissen und der Wissenschaft, die Benedikt vorgebracht hat, verweist in die Vormoderne. Zudem überwiegt seine Weigerung, Kritik als berechtigte Kritik anzuerkennen und die Strukturen seiner Kirche, die Verbrechen ermutigen, zu ändern.“
Doe kündigte an, dass die Gruppen ihres Bündnisses in Zukunft an der Weiterentwicklung der Religionskritik arbeiten und gegen religiösen Fundamentalismus vorgehen würden. Nicht nur die Proteste gegen den „Marsch für das Leben“ würden fortgeführt. „Unsere Beschäftigung mit der katholischen Kirche haben dazu geführt, dass unser Blick für die Politik von Religionsgemeinschaften geschärft wurde. Dies wird sich in unserer Arbeit niederschlagen.“

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Bonus: Fans des Papstes sehen überall Sex oder: Die angebliche Friedfertigkeit der Papst-Fans und die Realität der Bilder. (Video von leftvision)

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Vergessen Sie bitte nicht, auch die Proteste in Erfurt (http://papstabschaffen.blogsport.de/) und Freiburg (http://wtffr.blogsport.eu/) zu besuchen.

Presseerklärung: 22.09.2011 Päpstin Rosa I.: „In der Hölle soll er schmoren, zwischen Homosex und Befreiungstheologie, zwischen den Bildern der Opfer seiner Kirche und Erinnerungen an seine Lügen.“

Berlin, 22.09. Nach der Rede Papst Benedikt XVI. vor dem deutschen Bundestag erhob sich Gegenpäpstin Rosa I. von der Gemeinde vom Lustkreuz (und mit Unterstützung des Bündnisses „What the Fuck“ gegen den Papstbesuch und christlichen Fundamentalismus) und verkündete Folgendes:

„Wir haben vernommen, was der falsche Papst gesagt hat. Würde wir ihn nicht kennen, wären wir erbost. Nun können wir nur traurig das Lustkreuz schwingen.
Zahlreiche seiner Anhängerinnen und Anhänger hatten behauptet, wir müssten dem falschen Papst zuhören, weil er etwas zu sagen hätte. Wir haben zugehört. Und was hörten wir? Einen weiteren Angriff auf die Freiheit der Menschen, einen weiteren Angriff auf das Denken aller denkfähigen Menschen. Statt die Verbrechen der Kirche wirklich zu beenden und beginnen, sie wieder gut zu machen, gab es wieder nur salbungsvolle, leere Worte. Statt einem Verständnis für die säkulare Gesellschaft und die Vielfältigkeit der Menschen nur wieder ein Verweis auf die angebliche Notwendigkeit der Religion, der sich die Menschen zu unterwerfen hätten. Statt einem Rückzug des Papstes in die Rente und eines Rückzugs der katholischen Kirche aus der Gesellschaft wieder nur der Anspruch, dass die katholische Kirche wichtig sei und wichtiger werden muss. Wir haben es satt. Wir hatten es satt vor diesem Besuch und wir haben es satt nach diesem Besuch.
Uns bleibt nichts übrig, obwohl wir allen Menschen, auch falschen Päpsten, immer die Möglichkeit zur Umkehr in ein Leben voller Hedonismus, Vernunft und Wissen anbieten. Aber Benedikt XVI. hat sich endgültig vom 21. Jahrhundert entfernt. Seinen Anhängerinnen und Anhängern rufen wir zu: Kehrt um. Geht nicht in das 19. Jahrhundert. Denkt selber, glaubt nicht, was der Vatikan euch sagt; vertraut euch selber, nicht der Kirche; habt keine Angst vor Hedonismus und Sexualität.
Dir aber, falscher Papst Benedikt, verkünde ich: Wenn nicht auch du noch umkehrst auf deinem Lebensweg, wirst du in der Hölle schmoren. In Ewigkeit wirst du durch die Gänge eines leeren Vatikans wandeln, leer wie eine katholische Kirche an normalen Sonntagen. Und an den Wänden wirst du sehen Bilder von Homosex und Bücher der Befreiungstheologie, Geschichten von Opfern deiner Kirche, über die ganzen 2000 Jahren, Erinnerungen an deine eigenen Lügen und Unverschähmtheiten. Du wirst nicht die Herrin sehen, sondern nur die Miserabilität deines beschädigten Lebens. Beschädige nicht weiter das Leben anderer.“

Anwesende dieser Rede applaudierten dem Inhalt, auch wenn sie aus Höflichkeit nicht alles in dieser Härte gesagt hätten.

Presseerklärung: 22.09.2011, 10.00 Morgens. Rosa I. stellt Benedikt XVI. in den Schatten: „Waffen der Kritik für den Kreuzzug der Vernunft.“ Proteste gegen den Papstbesuch erfolgreich angelaufen.

Berlin, 22.09.2011. Auf der ersten Kundgebung des Bündnisses „What the Fuck“ gegen den Papstbesuch in Berlin vor dem Flughafen Tegel fanden sich gegen 10.00 Uhr über 70 Protestierende ein. „Für die unhedonistische Zeit, 10.00 Uhr morgens, unter der Woche, ist das ein sehr guter Anfang“, befand Johanna Doe, Sprecherin des Bündnisses. „Wer arbeiten und lernen muss, arbeitet und lernt um diese Zeit, wer schlafen kann, schläft. Das sich trotzdem so viele Menschen auf den weiten Weg hinaus zu Flugplatz machen, zeigt, wie wichtig die Kritik am Papst genommen wird. Die große Masse wird nach Feierabend protestieren.“
Die Kundgebung selber, die erste jemals am Flughafen Tegel angemeldete, verlief ohne Zwischenfälle. Wichtigster Punkt war der Auftritt von Gegenpäpstin Rosa I. Rosa rekapitulierte noch einmal, dass der Religion der Menschenverachtung und der Konservatismus, die von Benedikt vertreten wird, eine Religion des Hedonismus, der freien Liebe und guten Sünde entgegengesetzt werden müsse. Die Drohungen und moralischen Anheischungen des Papstes seien nicht nur eine Anmaßung, sondern ein Angriff auf die moderne und offene Gesellschaft. Sie rief dazu auf, mit „den Waffen der Kritik“ einen „Kreuzzug der Vernunft“ zu führen.
Zu den ersten Äußerungen des Papstes bei seinem Besuch äußerte sich die Sprecherin Joanna Doe kritisch. „Offenbar ist dem Papst immer noch nicht klar, was die Kritik an seinen Positionen ist. Wenn er beispielsweise betont, dass Proteste in einer Demokratie berechtigt sind, äußert er Triviales. Er ignoriert dabei aber, dass sich die Proteste gegen etwas richten, nämlich gegen seine Positionen zu Fragen der Sexualität, der Demokratie, der Verhütung, gegen seinen Antisemitismus und dem Anspruch, dem Rest der Welt etwas zu sagen sowie vieles weitere. Ebenso unerhört ist seine gleich zu Beginn des Besuches vorgetragene Behauptung, Menschen würde Religion benötigen, um sittlich handeln zu können. Er spricht damit allen Nicht-gläubigen die Sittlichkeit ab. Dies ist ein weiterer Angriff auf das Recht der Menschen auf Selbstbestimmung und letztlich gegen die säkulare Gesellschaft gerichtet.“
Das Bündnis kündigte an, am gesamten Besuchstag über (22.09.2011) in der Berlin kreativ zu protestieren und rief dazu auf, dies auch eigenverantwortlich zu tun. „Nicht nur der Papst selber, sondern auch seine Anhängerinnen und Anhänger, die in der Stadt unterwegs sind, müssen darüber aufgeklärt werden, dass ihre politischen Positionen unhaltbar sind“, so Doe. Den Abschluss der von „What the Fuck“ organisierten Proteste wird ab 20.00 Uhr eine Kundgebung vor der Päpstlichen Nuntiatur bilden.

Abendkundgebung

Eine Protestkundgebung mit dem Titel „Gegen die Einschränkung der Bewegungs- und Versammlungsfreiheit im Dienste des reaktionären Papstes“ in der Nähe der Nuniatur findet von 20:00 bis 22:00 an der Fontanepromenade nördlich des Südsterns statt und ist angemeldet.
Laut BVG hält die U7 noch mindestens bis einschließlich 22:00 Uhr an der Haltestelle Südstern, d.h. eine Anreise sollte problemlos möglich sein. Bitte U-Bahn und nicht Busse nutzen, da auf der Buslinie in jedem Fall mit Einschränkungen zu rechnen ist.

In der Körtestrasse am Südstern ist ebenfalls von 19:30 bis 24:00 ein Schlafraub-Rave angemeldet.

Feiert mit uns! Ratzinger keine ruhige Nacht!

Eine Übersichtskarte für die Anreise mit den gesperrten Straßen (rot) gibts bei der BZ: http://www.bz-berlin.de/multimedia/archive/00321/Papstkarte2_3217316.jpg

Informationsstruktur

Die Informationsstruktur des What the Fuck Bündnis zu den Protesten gegen den Papst:

Infotelefon: 0152/51524130
Infoticker: demoticker.org
WAP: demoticker.org
Twitter: @wtf_pope

Proteste gegen den Papst

Zur Erinnerung an die Proteste gegen den Papst in Berlin.

21.09.2011: Vordemo des BündnisNot Welcome“. 17.30 Uhr. Wittenberg-Platz.

22.09.2011: „Begrüßung“ des Papstes am Flughafen Tegel. Vom Bündnis „What the Fuck“. 10.00 Uhr. Flughafen Tegel. Terminal A

22.09.2011: Den ganzen Tag über: Kreative Proteste an Orten des Papstbesuches und Public-Viewing-Punkten der Papst-AnhängerInnen. Außerdem: Überraschende Audienzen der Päpstin Rosa I.

22.09.2011: Demo „Keine Macht den Dogmen“ vom Bündnis „Der Papst kommt“. Mit Block der Gesichtslosen von Opfern sexueller Gewalt und deren UnterstützerInnen. Und mit antifaschistischen Block vom Bündnis Not Welcome“. 16:00 Uhr. Potsdamer Platz.

22.09.2011: Nachtkundgebung gegen päpstlichen Schlaf und Moralvorstellungsdingszeug vom Bündnis „What the Fuck“. 20.00 Uhr. Päpstliche Nuntiatur, Lilienthalstraße 2A, U-Bahnhof Südstern. Gleichzeitig und am gleichen Ort: Schlaflos in Kreuzberg. Eine kleine Nachmusik.

2 Bündnisse, 2 Presseerklärungen

Zwei Presseerklärungen, eine von uns („What the Fuck“), eine vom „Not Welcome“-Bündnis. Beachtet bitte, dass es inhaltliche Gründe dafür gibt, das zwei linksradikale Bündnisse bestehen. (Der Papst ist trotzdem scheisse.)

What the Fuck

Pressemitteilung: Proteste gegen den Papstbesuch den ganzen Tag über. Bündnis „What the Fuck“: „Besuch wird zum Desaster.“

Das Bündnis „What the Fuck“, welches neben anderen Bündnissen und Gruppen zu Protesten gegen den Papstbesuch am Donnerstag, den 22.09.2011, in Berlin aufruft, schätzt ein, dass dieser Besuch ein Desaster für den Papst und die katholische Kirche darstellen wird. Joanna Doe, die Sprecherin des Bündnisses, fasst zusammen: „Die Kirche wird beim Besuch des Papstes den Eindruck zu erwecken suchen, dass sie ein mächtige und gesellschaftlich relevante Einrichtung wäre. Dies wird ihr aufgrund der zahlreichen Proteste nicht gelingen. Ebenso wird der Besuch keinen positiven Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Kirche haben. Die Kirchen werden weiter leer bleiben, die konservative und rechten Kräfte werden weiter Einfluss gewinnen und Mitglieder vertreiben.“

Über den gesamten Tag verteilt wird es am 22.09.2011 in Berlin zu Protesten kommen. Aufgerufen wird zu einer Vordemo am Abend des 21.09. vom „Not welcome“ Bündnis, zu einer Kundgebung am 22.09.2011 um 10.00 Uhr am Flughafen Tegel, einer großen Demonstration vom Bündnis „Der Papst kommt“ um 16.00 Uhr und zu einer Abschlusskundgebung an der Päpstlichen Nuntiatur um 20.00 Uhr. Doe, deren Bündnis die Kundgebungen um 10.00 und um 20.00 Uhr organisiert und auch im Vorfeld der Proteste mehrfach gegen den Papstbesuch und christlichen Fundamentalismus demonstriert hatte, spricht davon, dass dies nur die jetzt schon sichtbaren Proteste darstellen. „Zahlreiche Gruppen und Freundeskreise bereiten weitere Proteste vor. Nicht nur der Papst, sondern auch seine Anhängerinnen und Anhänger werden an diesem Tag erfahren, dass das Denken und die Grundvorstellungen des heutigen Papstes in der Gesellschaft nicht akzeptiert werden.“ Weiterhin stellte Doe klar, dass ihr Bündnis sich als linksradikales versteht, welches letztendlich eine befreite Gesellschaft anstrebt. Andere Beteiligte an den Protesten hätten nicht diesen weitreichenden Anspruch. „Dennoch kann man nicht bestreiten, dass sie mit ihrer Kritik an den Positionen des Papstes Recht haben. Man braucht nicht Teil der queer-feministischen Bewegung zu sein, um sich über die Homphobie und den Antifeminismus der Kirche aufzuregen und den Umgang mit den Strukturen, die zum massenhaften Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in katholischen Heimen und Schulen führten, als vollkommen ungenügend zu erkennen. Man braucht auch nicht eine befreite Gesellschaft anzustreben, um zu erkennen, dass das Gesellschaftsbild des Papstes ein antidemokratisches ist. Niemand muss atheistisch sein, um zu erkennen, dass der Anspruch des Papstes, nur die katholische Kirche hätte die Wahrheit, unverschämt ist. Und niemand muss sich antifaschistisch engagieren, um zu sehen, dass sich die katholische Kirche unter Benedikt XVI. immer weiter nach rechts bewegt und antisemitische, antiaufklärerische, rechtskonservative Positionen stärkt.“

Gefragt, wie die Kirche sich ändern solle, antwortete Doe, dass ihr Bündnis sich als kritisch versteht. „Es ist nicht unsere Aufgabe, zu sagen, was richtig wäre. Das müssten die Gläubigen unter sich aus machen. Wenn sich aber die liberalen und linken Gläubigen in der katholischen Kirche immer weniger äußern und den rechten das Feld überlassen, müssen sie sich dafür auch kritisieren lassen. Wer einen solchen Papst als Oberhaupt und einen solchen Klerus als Lenkungsorgan akzeptiert, ist auch moralisch zu verurteilen.“ Eine katholische Kirche, die beispielsweise den Leitgedanken des Zweiten vatikanischen Konzils folgen würde, wäre nicht perfekt, aber bei weitem besser als die heutige Kirche.

„Je mehr sich der rechts-katholische Mainstream in Deutschland über die Proteste aufregt, umso stärker werden sie.“ Als Aufgabe ihres Bündnisses sieht Doe, die Kritik an der Kirche über die einzelne Strukturen hinaus zu Weiten. „Es geht uns um das gesamte Problemfeld Religion, Antifeminismus, Antisemitismus und Homophobie.“

Proteste des „What the Fuck“-Bündnis am 22.09.2011:
10.00 Uhr: Flughafen Tegel (Terminal A). Kundgebung bei Ankunft des Papstes.
20.00 Uhr: Päpstliche Nuntiatur. Kundgebung für Hedonismus und gegen christliche Moral.

Not Welcome!

Pressemitteilung: Der Papst in Berlin: Proteste am Vorabend.

CDU lädt OrganisatorInnen und UnterstützerInnen des Papstbesuches zum Empfang. Gegendemonstrationen von PapstgegnerInnen.

Am 21. September lädt die CDU zu einem Empfang ins Konrad-Adenauer-Haus. Erwartet werden CDU-Prominenz und Würdenträger der katholischen Kirche. Einen Tag vor dem Besuch Josef Ratzingers werden sich hier BefürworterInnen und OrganisatorInnen des Papstbesuches treffen.

Bereits im Vorfeld des Papstbesuches sorgt die Rede im Bundestag für Diskussion. Die Rede nannte der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion Volker Kauder „eine Ehre für das Parlament“ und bezeichnete deren Boykott durch einige Abgeordnete als „beschämend“. CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt ging so weit der Fraktion von DIE LINKE „Straßenkampf“-Methoden vorzuwerfen. Erzbischof Robert Zollitsch forderte „Respekt und Noblesse“ gegenüber dem Papst während seiner Ansprache ein.

„Gäbe es einen besseren Anlass, das antisemitische, schwulen- und frauenfeindliche Vorgehen Ratzingers zu thematisieren, als den Papstbesuch? Respekt und Noblesse wird der Papst von uns nicht bekommen.“ so Martin Sonnenburg, Sprecher des Anti-Papst-Bündnisses „Not welcome!“.

Das Bündnis kritisiert unter anderem die Ehrung faschistischer Geistlicher, wie Kardinal Alojzije Stepinac, und die Wiederaufnahme des Holcaustleugners Richard Williamson in die katholische Kirche. „Anstatt offen mit der Kritik an Joseph Ratzinger umzugehen, sind Christdemokraten eifrig darum bemüht einen möglichst unkritischen Verlauf des Besuches zu garantieren.“, so Sonnenburg.

Zollitsch, der am 21. September auch beim Empfang zugegen sein wird, hat in seiner Funktion als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, den Papstbesuch mit zu verantworten.

Die PapstgegnerInnen rufen darum am 21. September um 17.30 Uhr am Wittenbergplatz zur Gegendemonstration auf.

Material:
Aufruf: http://nea.antifa.de/notwelcome/texte_aufruf_fuckauthority.html
Plakat: http://media.de.indymedia.org/images/2011/09/316403.jpg